Schilddrüsenerkrankungen

Die Schilddrüse befindet sich im vorderen Halsbereich. Sie bildet Hormone, die für den gesamten Stoffwechsel erforderlich sind.

Die Mehrzahl derjenigen, die von einer Schilddrüsenstörung betroffen sind, wissen nichts von ihrer Erkrankung, da diese nie diagnostiziert wurde. Sie stecken oft in einem endlosen Kampf fest und wissen nicht, was mit ihnen los ist.

Welche Hormone bildet die Schilddrüse?

Die wichtigsten von der Schilddrüse gebildeten Hormone heißen Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (Thyroxin, T4), abhängig von der Anzahl ihrer Jodatome. Die Schilddrüse bildet am meisten nahezu inaktives T4, das in den verschiedenen Geweben des Körpers (v.a. Leber und Darm) zum aktiven T3 umgewandelt wird. Dieser Umwandlungsprozess ist in hohem Maße von einer Gruppe selenhaltiger Enzympe abhängig. Damit der Stoffwechsel optimal funktioniert, muss das Verhältnis von T3 zu T4 genau austariert sein. Neben Selen sind u.a. Jod, Eisen und Zink essentiell für diesen komplexen Regelkreis.

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion

Wenn die Schilddrüse weniger Hormone bildet, als der Körper benötigt, liegt eine Unterfunktion vor, medizinisch auch Hypothyreose genannt.

Die häufigste Ursache für die Entwicklung einer Schilddrüsenunterfunktion im Erwachsenenalter ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Meist handelt es sich bei dieser chronischen Schilddrüsenentzündung um die Autoimmunkrankheit mit dem Namen Hashimoto Thyreoiditis. Seltener kommt es zur sogenannten postpartalen Thyreoditits als Sonderform einer Schilddrüsenentzündung bei Frauen nach der Entbindung.

Charakteristisch für eine Schilddrüsenunterfunktion ist ihr schleichender Verlauf. Viele Menschen leiden an einer frühen Form einer Schilddrüsenunterfunktion (subklinische Hypothyreose) mit nur geringen Beschwerden. Die Betroffenen sind oft kälteempfindlich, neigen zu schnellem Frieren und haben Mühe, trotz Sport und Ernähungsumstellung abzunehmen.

Eine Schilddrüsenunterfunktion wirkt sich auf viele Körperorgane, auf unser Nervensystem und unsere Psyche aus. Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind u. a. Kälteempfindlichkeit, Müdigkeit, erhöhtes Schlafbedürfnis, Lustlosigkeit, Gedächtnisschwäche, depressive Verstimmungen, Gewichtszunahme, Muskelschwäche oder Muskelschmerzen, teigige Schwellungen der Haut, Haarausfall, brüchige Nägel, unerfüllter Kinderwunsch, unregelmäßige Monatsblutung.

Hashimoto Thyreoiditis

Die Hashimoto Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse kommt. Sie ist eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen des Menschen und die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion. Beobachtet wurde, dass die Hashimoto Thyreoidits in zeitlichem Zusammenhang mit hormonellen Umstellungen wie Wechseljahre, Entbindung, Pubertät steht. Deshalb sind größtenteils Frauen aller Altersstufen betroffen.

Bei der Hashimoto Thyreoiditis wird das Schilddrüsengewebe aufgrund eines fehlgesteuerten Immunprozesses zerstört. Antikörper gegen schilddrüsenspezifische Antigene sind im Blut nachweisbar. Auf Dauer führt die Erkrankung zu einer Schilddrüsenunterfunktion, wobei es zu Beginn – bedingt durch die Zerstörung des Schilddrüsengewebes – auch zu Phasen einer Überfunktion kommen kann. Die Symptome sind vielfältig und deshalb schwierig einzuordnen. Eine Sonderform der Hashimoto Thyreoiditis ist die Postpartum Thyreoiditis. Diese Entzündung tritt häufig nach einer Schwangerschaft auf, meist mit milderem Verlauf. Es können auch hierbei Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion als auch einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten.

Die Ursachen einer Hashimoto Thyreoiditis sind noch nicht vollständig geklärt. Familiäre Vorbelastung, Stress, schwer verlaufende Viruserkrankungen ( wie Ebstein-Barr-Virus, Herpesviren), Nebennierenprobleme, hormonelle Umstellungen (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre), Mangel an Nährstoffen (Vitamin D, Folsäure, Selen, Omega-3-Fettsäuren, Zink, Eisen, Jod, B-Vitaminen), Medikamente und Umweltgifte werden diskutiert.

Die Hashimoto Thyreoidits zählt zur Gruppe der Autoimmunerkrankungen und tritt deshalb gehäuft mit anderen Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 1, Endometriose, PCO, Zöliakie, Vitiligo, rheumatoide Arthritis auf.

Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion

Wenn die Schilddrüse zu viele Schilddrüsenhormone bildet, liegt eine Überfunktion vor, medizinisch auch Hyperthyreose genannt. Zwei der Hauptursachen sind ein Morbus Basedow sowie die sogenannte Autonomie.

Aufgrund der zahlreichen Aufgaben der Schilddrüse sind die Symptome vielfältig und zeigen sich z. B. mit Ruhelosigkeit, Zittern, Gewichtsverlust, schnellem Herzschlag, Haarausfall, Durchfall, Regelblutungsstörungen, übermäßigem Schwitzen, Zittern oder Schlaflosigkeit. Bei Morbus Basedow kann es auch zu teigigen Unterschenkelschwellungen (Myxödem) und Augensymptomen wie Druckgefühl im Auge, Fremdkörpergefühl, Sehstörungen und Hervortreten der Augen (Exophthalmus) kommen.

Morbus Basedow

Morbus Basedow ist auch, wie die Hashimoto Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung. Antikörper greifen die Schilddrüse genau dort an, wo sich die Rezeptoren für das Hormon der Hirnanhangsdrüse (TSH) befinden. Die Schilddrüse wird übermäßig stimuliert, es kommt zu einer übermäßigen Produktion von Schilddrüsenhormonen, oft auch zu einer Vergrößerung der Schilddrüse (Struma). Typisch für Morbus Basedow ist, dass sich dieser Autoimmunprozess nicht nur an der Schilddrüse, sondern auch am Gewebe der Augenhöhle (endokrine Orbitopathie) und an teigigen Unterschenkelschwellungen (Myxödem) zeigt. Typischerweise sind Frauen im gebährfähigen Alter, aber auch Männer betroffen. Familiäre Vorbelastung, Stress, schwer verlaufende Viruserkrankungen ( wie Ebstein-Barr-Virus, Herpesviren), Nebennierenprobleme, hormonelle Umstellungen, Umwelteinwirkungen können die Krankheit auslösen.

Autonomie

Eine funktionelle Autonomie bedeutet, dass Teile der Schilddrüse (einzelne Knoten) oder das gesamte Schilddrüsengewebe selbstständig Hormone bilden. Diese autonomen Areale unterliegen damit nicht mehr der Steuerung durch die Hirnanhangdrüse, was zu einer Überfunktion führen kann, sofern die produzierten Hormonmengen den Bedarf des Körpers übersteigen.

Die Ursache einer Schilddrüsenautonomie ist oft eine durch Jodmangel bedingte Vergrößerung der Schilddrüse (Jodmangelstruma / Kropf). Als Begleiterscheinung kommt es häufig auch zur Bildung von kalten oder heißen Knoten. Kalte Knoten sind Schilddrüsenbereiche, die nur noch wenige oder keine Schilddrüsenhormone mehr bilden. Heiße Knoten hingegen sind Areale, die aktiver als andere Bereiche der Schilddrüse sind und mehr Schilddrüsenhormon bilden. Die Bezeichnung der Knoten als kalt oder heiß hat nichts mit Temperaturveränderungen zu tun. Es handelt sich vielmehr darum, wie sich die Knoten bei einer sogenannten Szintigrafie der Schilddrüse verhalten.

Diagnose einer Schilddrüsenerkrankung

  • Abtasten der Halsregion, um mögliche Vergrößerungen festzustellen
  • Untersuchung der Schilddrüsenwerte im Blut (TSH, fT3, fT4, Antikörper wie TRAK, TAK, TPO)
  • Nährstoffuntersuchungen (u.a. Selen, Eisen, Jod, Zink, Mangan, Kupfer, Vitamin D, Fettsäuren, Aminosäuren, Folsäure)
  • Ultraschall der Schilddrüse. Die Ultraschalluntersuchung ist eine wichtige Methode zum frühzeitigen Erkennen von krankhaften Veränderungen wie Vergrößerungen, Schilddrüsenknoten, Zysten oder unregelmäßigen Strukturen. Da die Ultraschalluntersuchung strahlenfrei ist, kann sie beliebig oft eingesetzt werden, so auch zur Verlaufsbeobachtung bei Therapie.
  • Szintigrafie

Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen

Die medizinische Behandlung dieser Schilddrüsenerkrankungen ist eine hochkomplexe Angelegenheit. 20 Prozent der ärztlich medikamentös behandelten Patienten stellen eine Verschlechterung fest und fühlen sich unwohl, obwohl ihre Blutwerte im Normbereich sind.

Erkrankungen der Schilddrüse wie Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow haben meist Auswirkungen auf zahlreiche andere Organe des Körpers. Deshalb begleite ich die ärztliche Behandlung der Schilddrüsenerkrankungen mit dem Ziel, den ganzen Körper zu stärken und nicht nur isoliert die Schilddrüse. Meine Erfahrungen sind, dass der Patient sich viel schneller wohlfühlt durch die begleitende Behandlung bei einer ärztlichen Therapie.

  • Infusionen zur Stärkung der Mitochondrien/des Immunsystems/Hormonsystems
  • Ernährungsberatung insbes. im Hinblick auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Histaminunverträglichkeit, Blutzuckerspiegel
  • Therapie mit bioidentischen Hormonen, Phytohormonen
  • Nahrungsergänzungsmittel (u. a. Zink, Selen, Jod, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine, Aminosäuren, Pflanzenextrakte)
  • Akupunktur
  • Homöopathie
  • Schwermetallausleitung
  • Begleitung bei der ärztlichen Gabe von Schilddrüsenmedikamenten (falls erforderlich)

Der zum Teil heftige Streit zwischen Befürwortern und Gegnern der verschiedenen Therapieformen hilft dem Patienten nicht weiter. Eine erfolgreiche Therapie zeigt sich daran, dass der Patient sich besser fühlt als vor der Therapie.

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